Geschichte der Stadt Bad Ischl

Bad Ischl genießen - zwischen Tradition und Moderne ... klingt wie ein Werbespruch, wurde in Bad Ischl aber zum Programm. Zwar ist das romantische Städtchen an der Traun (ein wichtiger Zufluss der Donau) untrennbar mit seiner Rolle als Sommerresidenz des Hauses Habsburg verbunden - immerhin halfen die Ischler „Badekuren" den Eltern des späteren Kaisers Franz Joseph, ihre Unfruchtbarkeit zu besiegen. So kamen die vier Söhne zum Spitznamen „Salzprinzen" und Ischl zum Ruf als reizvolles Gebirgsstädtchen mit wirksamen Kuranwendungen.

Die Erfolge des 1823 gegründeten Solebades (Eröffnung der ersten Badestube) machten Ischl rasch zum führenden Kurort Europas. Bereits 1875 geht das „Kurhaus" in Betrieb - mit einer bis heute unwesentlich veränderten Fassade. Zum höfischen Leben zählte auch ein reger Kulturbetrieb - beim Spaziergang auf der Esplanade begegnete man u.a. Franz Grillparzer, Adalbert Stifter, Johann Nepumuk Nestroy oder Ferdinand Waldmüller, den Strauß-Brüdern, Anton Bruckner, Richard Tauber und natürlich Franz Lehár, der in Ischl eine eigene Villa besaß. Der Kaiser verlobt sich 1853 im Hotel Austria (heute Museum der Stadt) mit Sisi, der 16-jährigen bayerischen Herzogin. Seine zweite große Liebe galt der Jagd - rund 50.000 Stück Wild soll seine Majestät „höchstpersönlich" erlegt haben.

Bad Ischl - ein Stadtrundgang

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Frühzeit

Man nimmt an, dass der Raum Bad Ischl schon in der Hallstatt- und La-Tène-Zeit besiedelt war. 15 v. Chr. wurde das Gebiet Teil des Imperium Romanum. Die Anwesenheit der Römer ist durch zwei Inschriftensteine und Streufunde belegt, wovon der eine Stein im 18. Jh., vermutlich im Zuge des Kirchenumbaues, verloren ging. Dieser, ein Weihestein an Mithras aus der Zeit nach 170, enthielt den Hinweis auf eine statio Esc(ensis) (Zollstation). Erhalten blieb ein römischer Grabstein aus dem 3./4. Jh. Noricum blieb ein halbes Jahrtausend lang eine römische Provinz. Im Zuge der Völkerwanderung erfuhr das innere Salzkammergut vermutlich einen spürbaren Bevölkerungsrückgang, der jedoch in der Folgezeit durch Zuwanderung von Baiern und Slawen ausgeglichen wurde. Unter Karl dem Großen hatten sich diese Landstriche bereits erholt, wurden aber durch die Streifzüge der Ungarn wieder zurückgeworfen.

Um das Jahr 1000 hatte sich das Land, das damals zur bairischen Mark ob der Enns gehörte, endlich von den Vernichtungsschlägen erholt. Die Bevölkerung vermehrte sich zusehends, und auch die Salzgewinnung wurde wieder aufgenommen. Über ihre Gefolgsleute, die Herren von Ort, breiteten die steirischen Markgrafen (ab 1180 Herzöge) aus der Familie der Otakare in der 1. Hälfte des 12. Jh. ihr Herrschaftsgebiet auf das innere Salzkammergut aus. Ihnen folgten im Erbwege die Babenberger 1192.
Seit dieser Zeit wurde das Salz (Bad Ischler Salzberg) wieder zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor des mittlerweile Ischlland genannten Gebietes.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1262 als Iselen.

Das Hochmittelalter und der Salzkonflikt

Als ein Jahrhundert später, mittlerweile schon unter der Herrschaft der Habsburger - der Grundherrschaft Wildenstein - ein neuer Salzberg in Goisern entdeckt und zum Abbau freigegeben wurde, kam es seitens des Erzbischofs Konrad IV. von Salzburg zum offenen Konflikt um das Salzmonopol.

Der Zorn des Erzbischofs wurde noch größer, als der Abt Heinrich von Admont, ein habsburgischer Günstling, auch im Gosautal Salz abbaute und in Hallstatt die Salzgewinnung lebhaft betrieb. Seinen Salzhandel teilen zu müssen, schien dem stolzen Erzbischof unerträglich, so entbrannte ein wütender Kampf um die Salzgewinnung und um den Salzhandel. Der Erzbischof brachte eine Beschwerde ein, in der er auf das - vermeintlich nur ihm zustehende - Monopol verwies. Dieser Einspruch wurde vom Habsburger Herzog Albrecht I. aber nicht anerkannt, was den Zorn des Erzbischofs neuerlich vergrößerte. Albrecht richtete in den gefährdeten Orten Befestigungsanlagen ein. So entstand zum Beispiel in Hallstatt eine Schutzwarte, der Rudolfsturm, von dem man das Land weit überblicken konnte.
Als eines Tages das Gerücht aufkam, der Herzog sei an den Folgen einer Vergiftung gestorben, rüstete Erzbischof Konrad zum endgültigen Vernichtungszug gegen die ihm verhassten neu entstandenen Salinen. Er ließ die Abbaustätten zerstören und die dazu gehörigen Siedlungen in Schutt und Asche legen. Doch sein Triumph sollte nicht lange währen, da Albrecht I. gar nicht gestorben war, und nun in einer blutigen Fehde Rache am Erzbischof nahm.

1297 wurde Friede geschlossen. Diese Abmachung leitete eine Epoche des Aufbaus und des Friedens ein. Neue Berge wurden zur Salzgewinnung herangezogen. Seit 1419 war Burg Wildenstein Sitz der - seit 1452 kaiserlichen - Pfleger, die den habsburgischen Salzhandel verwalteten.

Unter Kaiser Friedrich III. wurde Ischl im Jahre 1466 zum Markt erhoben. 1563 wurde der Ischler Salzberg durch das Bergwerk in Perneck (Bad Ischler Salzberg) erschlossen. Das Pfannhaus (Saline) an der Traun wurde 1571 erbaut, und ab dem 19. Jh. als „Kolowrat-Sudhaus" bezeichnet. Für Generationen von Ischlern wurde somit das Salz zur wichtigsten wirtschaftlichen Grundlage.
1656 wird dann der Name „Salzkammergut" für das Besitztum um Bad Ischl das erste Mal urkundlich erwähnt.
Reformation und Gegenreformation

Im 17. Jahrhundert musste die Glaubenszugehörigkeit zum Protestantismus bitter erkämpft werden. Aus Salzburg zugewanderte Lutheraner hatten im Zug der Gegenreformation ihre Religion abzuschwören. Wer sich dem Befehl entgegen stellte, wurde gefangengesetzt oder sogar hingerichtet. Viele Protestanten, wie die ursprünglich auf Schloss Perneck ansässigen Freiherren von Racknitz verließen Österreich. An die 100 Jahre konnte der Protestantismus mit Gewalt unterdrückt werden, bis die Bewegung offen ihr Recht auf freie Religionsausübung einforderte. Das Ansuchen wurde abgelehnt und die aufständischen Protestanten aufgefordert, entweder zum Katholizismus überzutreten oder nach Ungarn und Siebenbürgen auszuwandern. Da die meisten der betroffenen Familien aber schon seit Generationen im Salzkammergut lebten, blieb der Großteil der Lutheraner im Land und schwor - zumindest nach außen hin - lieber dem Glauben ab. Es handelte sich dabei aber nur um eine Formsache, denn in Wahrheit übten sie ihre Religion heimlich weiter aus (Kryptoprotestantismus), bis Kaiser Joseph II. mit der Einführung des Toleranzpatentes im Jahr 1781 den Protestantismus endlich auch offiziell erlaubte.

Der Kurort

Die Blütezeit von Ischl sollte erst noch kommen. 1821 kam der Wiener Arzt Dr. Franz Wirer nach Ischl und informierte sich über die Kurerfolge des Salinenphysikus Dr. Josef Götz, der seit 1807 die Wirkung von Solebädern an erkrankten Salinenarbeitern erprobte. Die ersten etwa 40 (auswärtigen) Kurgäste erschienen 1822. Im Jahr darauf verdoppelte sich die Zahl der Gäste. 1823 kann als eigentliches Gründungsjahr für das erste Ischler Heilbad als Solebad angesehen werden. Die vom Salinenkassier Michael Tänzl in seinem Haus an der Traun errichtete Sole-Badestube (Tänzelbad) musste bereits 1825 erweitert werden.

Ischl stieg schon bald zu einem Kurort von europäischer Bedeutung auf. Die Zahl der Gäste, die nach Ischl kamen - darunter Staatskanzler Metternich und Erzherzog Rudolf - wurde zunehmend größer. 1827 kurte das erzherzogliche Ehepaar Franz Karl und Sophie, die Eltern des späteren Kaiser Franz Josef, hier zum ersten Mal. 1827/1828 errichteten Franz und Magdalena Koch den Posthof (Gasthof zur Post), das erste Hotel des Salzkammergutes.

Den Höhepunkt der Ischler Blütezeit bildete die Zeit von 1849 bis 1914 als kaiserlicher Sommerresidenz unter Kaiser Franz Joseph I.. 1853 verlobte sich Franz Joseph mit Elisabeth (Sisi) von Bayern im damaligen „Seeauerhaus", das heute das Museum der Stadt Bad Ischl ist.
Seit dem Sommer des Jahres 1863 kam der bedeutende Komponist Anton Bruckner immer zum Geburtstag des Kaisers, sowie zu anderen festlichen Anlässen des Kaiserhauses als Hoforganist nach Ischl. Bruckner bezeichnete sich selbst gerne als „Organist des Kaisers". Er spielte am 31. Juli 1890 zur Hochzeit der Erzherzogin Marie Valerie mit Erzherzog Franz Salvator auf der Orgel Variationen über die Kaiserhymne, verbunden mit dem „Halleluja" aus dem Messias von Georg Friedrich Händel. Anschließend war Bruckner zum Diner ins Hotel Post eingeladen. Am 2. August 1890 gab Bruckner ein eigenes Orgelkonzert. Häufig besuchte er seinen Freund Attwenger. An der Stadtpfarrkirche erinnert eine Gedenktafel an Bruckners Aufenthalte. Auch im Gästebuch der Konditorei Zauner befindet sich ein Eintrag Bruckners.

Ischl war Sommerdomizil vieler populärer Komponisten, vor allem Johann Strauß, Franz Lehár und Johannes Brahms, aber auch andere Musikschaffende der Jahrhundertwende verbrachten hier regelmäßig den Sommer; viele von ihnen suchten wohl auch die Nähe des vor Ort weilenden Hofstaates. So entwickelte sich Ischl schon während der Zeit der Donaumonarchie zum Künstlertreffpunkt von Weltgeltung. Noch heute werden alljährlich während der Sommermonate im Kurhaus Operettenwochen veranstaltet.
1906 wurde Ischl in Bad Ischl umbenannt. Im Jahr 1920 wird Bad Ischl von der Landesregierung die Bezeichnung Kurort zuerkannt und 1940 wurde Bad Ischl zur Stadt erhoben.

Quelle: Wikipedia

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